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Archive
im Rheinland

Landesinitiative Substanzerhalt

Die Landesinitiative Substanzerhalt (LISE) ist ein Projekt des Landes NRW zur Entsäuerung von Archivgut und richtet sich an nichtstaatliche Archive. Es lief bis zum 31. Dezember 2019 und wird vorerst auf Basis einer Interimsvereinbarung zwischen dem Land und den Landschaftsverbänden zu den gleichen Rahmenbedingungen bis zum 31. Dezember 2020 fortgeführt. Die Entscheidung über eine Ausweitung des Programms und eine längere Laufzeit steht noch aus.

Derzeit erfolgen im Technischen Zentrum für Bestandserhaltung (TZB) im Regelfall die vor- und nachbereitenden Arbeiten, wie zum Beispiel Trennung der Akten, manuelle Entsäuerung der für die Massenentsäuerung nicht geeigneten Unterlagen oder der Restaurierung und Umbettung der entsäuerten Akten in geeignete Archivkartonage. Externe Dienstleister führen die maschinelle Einzelblatt- sowie die Blockentsäuerung durch. Fachlich betreut und koordiniert wird das Projekt von den Restauratorinnen und Restauratoren des LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrums (LVR-AFZ).


Verfahren

Es gibt die Möglichkeit, in zwei unterschiedlichen Verfahren sowohl loses als auch gebundenes Archivgut zu entsäuern:

Einzelblattentsäuerung

Die Einzelblattentsäuerung ist ein standardisiertes und mechanisiertes Verfahren der Massenkonservierung, wobei Einzelblätter bei gleichzeitiger Einbringung einer alkalischen Reserve in einem wässrigen Entsäuerungsbad behandelt werden. Vorbereitend werden die Blätter foliiert; nach der Behandlung ist in der Regel mit einem Volumenzuwachs von 8 bis 10 Prozent zu rechnen. Je nach Papierart und Verpackungsweise kann dieser Zuwachs in Ausnahmefällen bis zu 15 Prozent betragen.

Blockentsäuerung

Die Blockentsäuerung beschreibt ein standardisiertes Verfahren der Massenentsäuerung, bei dem fest formierte Archivalien (z. B. fadengebundene Akten oder klebegebundene Bücher) in einer nichtwässrigen Lösung entsäuert werden - ebenfalls bei gleichzeitiger Einbringung einer alkalischen Reserve. Bei diesem Verfahren liegt der Volumenzuwachs in der Regel unter einem Prozent.

Bei der Auswahl des geeigneten Verfahrens beraten Sie die Restauratorinnen und Restauratoren des LVR-AFZ gerne.


Fördermöglichkeiten

Die Entsäuerung wird im Rahmen des Projekts vom Land NRW und vom LVR finanziell unterstützt. Die Landeszuschüsse betragen bei Erstanträgen 70 Prozent, bei Folgeanträgen 60 Prozent. Bei der Einzelblattentsäuerung stellt der LVR den Archiven zurzeit zusätzlich noch einen Zuschuss von 15 Prozent zur Verfügung.

Der Eigenanteil für teilnehmende Archive beträgt pro Antrag aktuell in der Regel min. 500 € und max.5.000 €. Diese Regelung gilt für Einzelblatt- sowie Blockentsäuerungsanträge. Die Höhe der Eigenmittel, die je Archiv durch das Projekt konkret gefördert werden kann, wird nach einem Schlüssel ermittelt, der sich an der Antragslage orientiert.

Anträge für die Block- sowie die Einzelblattentsäuerung können ab sofort gestellt werden. Die Antragsfrist endet am 30. April 2020.

Die Formulare finden Sie weiter unten auf dieser Seite.


Massenentsäuerungsverfahren in Deutschland

In Deutschland sind fünf Massenentsäuerungsverfahren produktiv am Markt vertreten.

Vier dieser Verfahren ermöglichen die Behandlung von gebundenem und/oder ungebundenem Schriftgut im Chargenverfahren / Blockverfahren. Es handelt sich um nichtwässrige Flüssigverfahren, die entweder heterogen mit dispergierten Partikeln (Book-CP und ZFB||2-Verfahren) oder homogen auf Lösungsmittelbasis (PAL Book Saver® und papersave®) arbeiten.

Ein Verfahren arbeitet wässrig und ist ausschließlich als kontinuierliches Verfahren für Einzelblätter konzipiert (Bückeburger Konservierungsverfahren).

Ihre Ansprechpartnerinnen und -partner

LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum
Technisches Zentrum für Bestandserhaltung
Ehrenfriedstr. 19
50259 Pulheim-Brauweiler
Tel 02234 9854–354
afz.bestandserhaltung@lvr.de

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