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Archive
im Rheinland

Das LVR-Hygiene-Set

Schäden am Kulturgut können verschiedene Ursachen haben. Eine wichtige Schadensquelle ist die mangelnde Sauberkeit der Magazinräume, die der Aufbewahrung der wertvollen Überlieferung dienen. In Verbindung mit dem Raumklima ist die Hygiene in Archiven ein wesentlicher Aspekt nicht nur für den Erhalt des einzigartigen Kulturguts, sondern auch für die Gesundheit der Beschäftigten. Hygiene-Defizite führen zu Verschmutzung durch Staub und bilden damit die Grundlage für die Ansiedlung und Vermehrung von Schimmelpilzen, Hefen, Bakterien, Viren und Milben. Darüber hinaus wird Feuchtigkeit gebunden, die endogene Zerfallsfaktoren begünstigt.

Der Magazinhygiene kommt daher für die dauerhafte Kulturgutsicherung eine Schlüsselfunktion als elementare Maßnahme der Schadensprävention zu. Ziel muss es deshalb sein, zur Verbesserung und kontinuierlichen Aufrechterhaltung der Hygiene in rheinischen Archiven beizutragen.

Bestandteile des Hygiene-Sets

Ein wichtiges Instrument dafür ist das LVR-Hygiene-Set. Das Set ist in zwei stapelbaren Einzelboxen aus Kunststoff verpackt und besteht aus einem Luftreiniger sowie einem im Restaurierungsfachhandel erhältlichen Spezialstaubsauger mit stufenloser Saugregelung.

Beide Geräte sind jeweils mit einem HEPA-Filter ausgestattet und werden kombiniert zur Reinigung von schriftlichem Kulturgut eingesetzt. Mit dem Spezialstaubsauger können sowohl das Archivgut als auch die Verpackungen und Archivregale gereinigt werden, während der Luftreiniger die in der Magazinluft schwebenden Mikropartikel (Staub, Schimmelsporen etc.) ausfiltert.

Verteilung der Hygiene-Sets an rheinische Archive

Unter dem Motto „Hygiene im Archiv“ hat das LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum (LVR-AFZ) in den Jahren 2015 bis 2018 insgesamt 26 Hygiene-Sets im Wert von insgesamt ca. 39.000 € beschafft und als Dauerleihgabe an ausgewählte rheinische Kommunalarchive verteilt. Dabei wurde jede der 26 Mitgliedskörperschaften des LVR mit einem Hygiene-Set ausgestattet. Die Empfängerarchive verleihen die Sets an andere nichtstaatliche Archive in ihrer Region und nutzen sie bei Bedarf auch selbst.

Das bundesweit einzigartige Projekt ist abgeschlossen. Es wurde mehrfach als Modellprojekt von der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) ausgezeichnet. Empfänger sind die Kreisarchive in Dormagen, Euskirchen, Heinsberg, Viersen und Siegburg, die Stadtarchive Aachen, Bergisch Gladbach, Bonn, Dinslaken, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Kerpen, Kleve, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Mülheim/ Ruhr, Oberhausen, Remscheid, Solingen, Velbert und Wuppertal, die Stadt- und Kreisarchive in Düren und Gummersbach sowie die Stiftung Rheinisch-Westfälisches Wirtschaftsarchiv (RWWA) zu Köln.

Die Verteilung der Sets erfolgte jeweils bei einem Pressetermin und wurde mit regionalen Workshops zur Einweisung in die Handhabung der Geräte und zur Bedeutung von Sauberkeit für die Bewahrung des kulturellen Erbes begleitet.

Ansprechpartner

Dr. Claudia Kauertz, Markus Vieten