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im Rheinland

8. Oktober 1949: Glocke kehrt von Schloss Moyland ins Rheinland zurück

„Die Verhandlungen in Hettstedt? Sind sehr aufregend!“

Am 25. Mai 1661 wurde der kurfürstlich brandenburgische Generalfeldmarschall, klevische Ritter und Kommandant von Kalkar Alexander von Spaen von Kaiser Leopold I. in den Reichsfreiherrenstand erhoben. [1] Im folgenden Jahr kaufte er das Schloss Moyland bei Bedburg-Hau und veranlasste umfangreiche Umbauten, die die mittelalterliche Anlage dem Barockstil niederländischer Prägung anpassten. [2] Zum neuen Turmschmuck des Nordturms gehörte auch eine Laterne, in der eine kleine Glocke hing. Sie hatte einen Durchmesser von etwa 50 cm und verkündete unter einem Rankenfries aus springenden Hirschen und Hunden den Namen ihres Gießers, Peter von Trier: PETRUS A TRIER ME FECIT ANNO 1669. Weiterhin erkennt man unter einem Lilienzepter die Initialen des brandenburgischen „Großen Kurfürsten“ Friedrich Wilhelm, dieser hatte sich bereits 1665/1666 in Kleve aufgehalten und dem Freiherrn von Spaen wohl die Glocke zum Abschluss der Bauarbeiten am Schlossäußeren geschenkt. [3]

Während des Zweiten Weltkrieges wurden alle Glocken in Deutschland systematisch erfasst und für die Rüstungsindustrie beansprucht. Das Kirchliche Amtsblatt der Rheinprovinz verbreitete im Mai 1940 den Beschluss Hermann Görings, wonach „die in Glocken aus Bronze enthaltenen Metallmengen […] zu erfassen und unverzüglich der deutschen Rüstungsreserve dienstbar“ gemacht werden sollten. [4]


Auf diese Weise wurden am Niederrhein bis 1942 rund 2.300 Glocken registriert, die meisten von ihnen Kirchenglocken. [5] Der Glockenbestand wurde je nach Wert in vier Klassen gruppiert: A, B, C und D. Die wertvollsten Glocken der Klasse D blieben zunächst hängen, die A-Glocken sollten dagegen sofort eingeschmolzen werden und wurden zu dem Zweck ins Hüttenlager nach Kall (Eifel) verbracht. Die B- und C-Glocken sollten grundsätzlich zunächst in Sammellagern aufbewahrt und dort inventarisiert werden, endeten vielfach jedoch ebenfalls bald in Kall. Da jeder Kirchengemeinde nur eine kleine läutefähige Glocke erhalten bleiben sollte, wurden bis 1942 1552 rheinische Glocken in Sammellager transportiert. [6] Die Moyländer Schlossglocke wurde entweder noch im Sammellager in Kleve oder in Kall als Inventarnummer 14-7-106B erfasst, [7] abzulesen sind dabei die Bezirke des Landeshandwerkmeisters, des Kreishandwerkmeisters und die Nummer der Glocke. Die Schlossglocke wurde also trotz ihres prominenten Schenkers und Alters nur in die Kategorie B eingeordnet, was daran liegen mag, dass die Mitglieder der Glockengießerdynastie von Trier (auch: van Trier) am Niederrhein und darüber hinaus zahlreiche Glocken hinterlassen haben. [8]

Allen Sammellagern war ein Bearbeiter zugeteilt, der die Inventarisierung vornahm. In Kleve befand sich das Kreissammellager auf dem Reichsbahngelände, Ladestr. 1, wo ein Studienrat Dr. Rehm die Bezeichnung vornehmen sollte, [9] was aber anscheinend aufgrund von Eile und Wetterbedingungen nur unzureichend gelang, denn am 28. März 1942 meldete der Konservator Dr. Carlheinz Pfitzner im Auftrag des Provinzialkonservators der Rheinprovinz, Dr. Franziskus Graf Wolff Metternich, an den Archivar der Archivberatungsstelle Rheinland und Glocken-Sachbearbeiter Dr. Carl Wilkes, dass „die Klever Glocken […] überhaupt nicht mehr zu erfassen“ und alle nach Kall gebracht worden waren. [10]


Gleichzeitig betrachtete der Provinzialkonservator die so genannte „Glockenaktion“ als Gelegenheit der wissenschaftlichen Erfassung und Untersuchung der Glocken und behandelte sie anlässlich einer Sitzung zum Thema Kunstschutz im Krieg am 1. Mai 1942 als zu sichernde bewegliche Kunstwerke. [11] Bereits drei Wochen später mussten die Denkmalpfleger jedoch zugeben, dass die rheinischen Glocken nun nicht mehr an die Metallhütte Kall gesandt wurden, sondern zur Norddeutschen Affinerie nach Hamburg. [12] Zu dem Zeitpunkt befand sich die Moyländer Schlossglocke jedoch schon in Kall, wo man neben der Inventarnummer auch die Inschriften notierte und Fotografien oder Abklatsche anfertigte. Von dort aus wurde sie im November 1944 weg von der Front nach Hettstedt im heutigen Bundesland Sachsen-Anhalt verbracht. [13]

Verhandlungen um die Rückführung der in Hettstedt auf dem Gelände der Mansfelder Kupfer A.G. gelagerten Glocken

Bei Kriegsende war das Glockenlager in Hettstedt auf dem Gelände der Mansfelder Kupfer A.G. neben Oranienburg und Ilsenburg eines von drei Glockenlagern in der sowjetisch besetzten Zone. Dort lagerten etwa 450 Glocken, die meisten von ihnen stammten aus dem Rheinland. Durch Einschmelzungen und Kriegsschäden waren viele der 1942 abgenommenen Kirchenglocken verloren und es setzten umfangreiche Verhandlungen ein, die noch vorhandenen ausgelagerten Glocken zurückzuführen. [14] Spätestens ab 1946 nahmen Mitarbeiter der Denkmalpflege Kontakt mit Kirchengemeinden in der sowjetischen Zone auf. Am 5. Juli 1946 schrieb der Hettstedter Pfarrvikar Franzen an den Konservator Dr. Alois Weisgerber in Bonn, er habe eine Liste der in Hettstedt aufgefundenen Glocken zusammengestellt und die Generalvikariate von Aachen und Trier hätten ihm bereits ihre Ermittlungen zugesandt. Alle Glocken seien noch im Lager der Mansfelder Kupfer A.G. und in Sicherheit. Das Erzbischöfliche Kommissariat Magdeburg habe die Aufsicht und ihm die Betreuung übertragen. An Rückführung sei noch nicht zu denken, da laut Mitteilung der britischen Behörden alle Glocken in Deutschland als eingefroren zu betrachten seien und nicht transportiert werden dürften. [15]


Es begannen daraufhin „verschiedene Verhandlungen zwischen der Provinzialregierung und der Besatzungsmacht“, wie der Landeskonservator Sachsen-Anhalt dem Provinzialkonservator Nordrhein am 28. März 1947 mitteilte, auch die katholische Kirche habe sich „über Berlin“ beteiligt. Die Glocken seinen „grundsätzlich“ freigegeben. Man komme aber seitdem nicht weiter. Die Glocken stünden außerdem zu dicht für eine richtige Inventarisierung. Das Werk der Mansfelder Kupfer A.G. war inzwischen „von der Besatzungsmacht mit Beschlag belegt und in die eigene Verwaltung übernommen“ worden. [16] Die Verhandlungen gestalteten sich auch weiterhin „aufregend“. [17]

Anfang Oktober 1947 wurde von der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) bei der Zentralbehörde in Berlin Karlshorst die Einschmelzung der Glocken des Hettstedter Lagers verfügt. Bischof Heinrich Wienken, der Leiter des Bischöflichen Kommissariates der Fuldaer Bischofskonferenz in Berlin wandte sich daraufhin an die Kommandatur in Karlshorst. Ihm wurde zudem die „nachdrücklichste Unterstützung“ der Regierung zugesichert.

1947 gründete sich ein von den alliierten Behörden eingesetzter Ausschuss für die Rückführung der Glocken (ARG), der die Verhandlungen zwischen den Militärbehörden und den Diözesen und Landeskirchen übernahm und von dem Musikwissenschaftler und hannoveranischen Oberlandeskirchenrat Dr. Christhard Mahrenholz geleitet wurde. Am 25. Februar 1948 teilte dieser in einem Rundschreiben an die obersten Kirchenbehörden mit, dass auch nicht läutefähige Glocken zurückgegeben werden sollten und die deutschen Kirchen auf diese Weise rund 500 Tonnen Glockenschrott erhalten würden. Einige Kirchengemeinden nähmen eigenmächtig Umgüsse vor, dies sei zu unterbinden. Der Schrott werde dem ARG zur Verwaltung ausgehändigt werden, „sobald die Schrott-Ansprüche der ausländischen Staaten sämtlich befriedigt“ seien. Außerdem habe man auch von außerkirchlichen Stellen zwecks Ankurbelung der Wirtschaft zahlreiche Metallschrottanträge zu befürchten. [18] Schließlich wurde im Alliierten Kontrollrat eine Vereinbarung über den Austausch der Hettstedter rheinischen Glocken mit in Hamburg befindlichen sächsischen Glocken getroffen. [19]


Zur Regelung der Transportfragen gründete man einen „Interzonalen Auschuss“ und die „Transportkommission Ost“. Die Kirchengemeinden hatten Beiträge für Transport und wissenschaftliche Erforschung pro Glocke zu zahlen und sollten die rückgeführten Glocken in Sammellagern abholen. Inzwischen gab es nur noch wenige nicht identifizierte Glocken, da der Nachweis der Heimatorte meist durch Denkmalpflegebehörden gelungen war. [20] Mitte Mai 1948 sollte der Austausch der in Hamburg gelagerten Glocken aus Sachsen mit den in Hettstedt gelagerten rheinischen Glocken schließlich anlaufen. 364 sächsische Glocken reisten per Schiff von Hamburg elbaufwärts nach Dresden, wo sie am 24. Mai eintrafen. Der Weitertransport auf dem Wasserweg war jedoch nicht möglich, so dass man die Düsseldorfer Transportfirma Cretschmar beauftragte, die eingetauschten Glocken ins Rheinland zu fahren. Die Firma Cretschmar erhielt vom ARG bereits einen Vorschuss zur Einlösung der Frachtbriefe und man rechnete „mit einem Waggon mit 25 Glocken alle zwei Tage.“ [21] Geplant war ursprünglich, dass die Schiffe aus Hamburg in Dresden die Hettstedter Glocken aufnehmen sollten, trotz der im Alliierten Kontrollrat getroffenen Vereinbarung zog die sowjetische Militäradministration jedoch die Freigabe dafür wieder zurück.

In dieser Zeit hatte man außerdem Verluste durch unsachgemäße Behandlung hinzunehmen, außerdem waren noch zu Kriegszeiten von der Reichsstelle für Metalle nicht abgesprochene Umstufungen von B und C nach A vorgenommen worden. [22] Zudem operierte im Umfeld der Glockenaktion eine Bande von Metallschiebern, die Glocken und Glockenschrott zu Überpreisen an Kirchen zu verkaufen beabsichtigte. Während angesichts der Abstimmungsschwierigkeiten zwischen verschiedenen Dienststellen der sowjetischen Militäradministration direkte Verhandlungen mit der britischen Kontrollkommission geplant wurden, hatte der ARG weitere „unendliche Schwierigkeiten“ mit der Beschaffung von Wagenbegleitscheinen. [23] Schließlich erfuhr der ARG, dass die sowjetische Militärregierung für jede Glocke einen separaten Freigabeantrag verlangte, und verschickte ein Musterschreiben an die Glockenbesitzer auf dem Weg über die kirchlichen Behörden. [24] Zu dem Zeitpunkt waren die Glocken bereits von dem Hettstedter Fotografen Franz Brodik aufgenommen und von der örtlichen Denkmalpflege erfasst worden.


Am 24.11.1948 meldete der Glockengießer Franz Schilling aus Apolda, mit der Rückführung beauftragt worden zu sein. Die Freigabe durch die sowjetische Militäradministration sei inzwischen verfügt, aber noch keine Genehmigung für den Interzonentransport erreicht worden. [25] Bis diese erteilt wurde, vergingen weitere Monate. Am 18. August 1949 schließlich konnte in Hettstedt mit der Verladung begonnen werden. Die Glocken sollten ins „Care“- Hauptlager in Düsseldorf gebracht werden. [26] Vier Tage später war es dann soweit: 450 rheinische Glocken wurden auf Lastwagen aus Hettstedt Richtung Zonengrenze transportiert. [27] Am 19. Oktober 1949 konnte das Glockenbüro Rheinland dem Evangelischen Konsistorium Düsseldorf melden, dass die Glocken der evangelischen Kirchen im Rheinland eingetroffen und ausgeliefert seien. In dieser Auflistung findet sich auch die Glocke aus Schloss Moyland, die demnach am 8. Oktober 1949 zurückgegeben wurde. [28]

Epilog

Am 6. März 1951 verfasste der Leiter der Archivberatungsstelle Dr. Wilhelm Kisky eine Aktennotiz zum Engagement Dr. Alois Weisgerbers für die Rückführung der rheinischen Glocken: dessen „angreifende Expeditionen“ seien ohne Entschädigung, unter größten Zumutungen und bei angegriffener Gesundheit geschehen, und was die Forderung des Generalvikariates nach Auflistung der noch im Düsseldorfer Lager liegenden Glocken beträfe, so bereite er einen Beitrag zur Veröffentlichung im Kirchlichen Anzeiger vor, damit auch die letzten der noch in Düsseldorf liegenden Glocken die Reise in ihre Heimatgemeinden antreten könnten. [29] Zwei Jahre später konnte der Ausschuss für die Rückführung der Glocken seine Arbeit beenden.

Bearbeitung: Katharina Schmude


[1] Bernhard von Poten: Artikel „Spaen, Alexander Freiherr von“, in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 34 (1892), S. 705–706, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource (zuletzt aufgerufen am 28. August 2018).

[2] Ursula Geisselbrecht-Capecki: Zwei Moyländer Bauherren. Alexander von Spaen und Nicolaas Johan Steengracht van Duivenvoorde, in: Stiftung Museum Schloss Moyland (Hrsg.): 700 Jahre Schloss Moyland, Bedburg-Hau 2007, S. 47.

[3] Stiftung Museum Schloss Moyland (Hrsg.): 700 Jahre Schloss Moyland, Bedburg-Hau 2007, Katalog, S. 117.

In den 1680er Jahren ließ Alexander von Spaen auch die evangelische Kirche in Moyland bauen, denn die eigentliche Schlosskapelle im Ostturm wurde zu dieser Zeit von den protestantischen Schlossbewohnern nicht mehr benutzt (ebd., S. 172).

Nach dem Tod Alexander von Spaens verkauften seine Erben Schloss Moyland 1695 an den brandenburgischen Kurfürsten Friedrich III. Von dessen Enkel König Friedrich II. erwarb es 1766 Adrian Steengracht de Souburg, nachdem er 1751 vom König in den Grafenstand erhoben worden war (ebd., S. 137 u. 207). Sein Nachfahre Nicolaas Johan Steengracht van Duivenvoorde ließ im Zusammenhang mit größeren Baumaßnahmen Anfang der 1860er Jahre auch das Dach des Nordturms neugestalten und die alte Laterne entfernen. Der neue Turmhelm wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört und bei der Wiederherstellung des Schlosses in den 1990er Jahren nicht rekonstruiert (ebd., S. 158 u. 180); die Schlossglocke befindet sich heute in Privatbesitz (ebd., S. 117).

[4] Kirchliches Amtsblatt der Rheinprovinz Nr. 7, Düsseldorf, 4.5.1940, S. 26-27: Anordnung zur Durchführung des Vierjahresplans über die Erfassung von Nichteisenmetallen. Vom 15. März 1940. Um die für eine Kriegsführung auf lange Sicht erforderliche Metallreserve zu schaffen, ordne ich an: 1) Die in Glocken aus Bronze enthaltenen Metallmengen […] sind zu erfassen und unverzüglich der deutschen Rüstungsreserve dienstbar zu machen […] Der Beauftragte für den Vierjahresplan Göring Feldmarschall. Zit. nach: Tatjana Klein: Zwangsenteignung der Kirchenglocken für die Kriegsrüstung, in: Blog des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland, Eintrag vom 1. März 2016, verfügbar unter Blog des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland (zuletzt aufgerufen am 30. August 2018).

[5] Archiv des Landschaftsverbandes Rheinland (ALVR), Archivberatung, Dienstregistratur 1 (1928-1946), Nr. 68, unfol., Bericht über eine Besprechung am 10. März 1942 betr. Inventarisation der abgenommenen B- und C-Glocken.

[6] Ebd.

[7] ALVR, Bestand 980 PV, Landeskonservator Rheinland, Kunstdenkmäleraufnahme Rheinland, Nr. 27716, Verzeichnis der im November 1944 von Kall/Eifel nach Hettstedt/Südharz verfrachteten Kirchenglocken, S. 22.

[8] Max Schmid-Burgk: Zur Geschichte der Familie von Trier, in: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins, Nr. 19 (1897), Teil 2, S. 120-170.

[9] ALVR, Archivberatung, Dienstregistratur 1 (1928-1946), Nr. 68, unfol., Übersicht über die Bearbeiter in den Sammellagern im Gebiet des Landeshandwerksmeisters Rheinland.

[10] ALVR, Archivberatung, Dienstregistratur 1 (1928-1946), Nr. 68, unfol., Schreiben des Provinzialkonservators der Rheinprovinz an Dr. Carl Wilkes vom 28. März 1942. Dr. Carl Wilkes war ab 1952 Leiter der Archivberatungsstelle und während des Zweiten Weltkrieges auch für die Sicherung von Archivgut zuständig.

[11] ALVR, Archivberatung, Dienstregistratur 1 (1928-1946), Nr. 68, unfol., Bericht über die am Freitag, den 1. Mai 1942 stattgefundene Sitzung betr. Fragen des Kunstschutzes im Kriege.

[12] ALVR, Archivberatung, Dienstregistratur 1 (1928-1946), Nr. 68, unfol., Glocken-Bestandsaufnahme des Provinzialkonservators der Rheinprovinz.

[13] ALVR, Bestand 980 PV, Landeskonservator Rheinland, Kunstdenkmäleraufnahme Rheinland, Nr. 27716, Verzeichnis der im November 1944 von Kall/Eifel nach Hettstedt/Südharz verfrachteten Kirchenglocken, S. 22.

[14] „Die Bestände der kirchlich, kulturell und künstlerisch wertvollen Glocken in Deutschland sind derart gelichtet, daß alles getan werden muß, um die erhaltenen Reste zu schützen und zu pflegen,“ schrieb der Musikwissenschaftler, hannoveranische Oberlandeskirchenrat und Vorsitzende des Ausschusses für die Rückführung der Glocken, Dr. Christhard Mahrenholz, im April 1948 an das Office of the Religious Affairs Adviser. Vgl. ALVR, Bestand 980 PV, Landeskonservator Rheinland, Kunstdenkmäleraufnahme Rheinland, Nr. 28271, unfol.

[15] ALVR, Bestand 980 PV, Landeskonservator Rheinland, Kunstdenkmäleraufnahme Rheinland, Nr. 49279, unfol., Schreiben des Hettstedter Pfarrvikars Franzen an den Konservator Dr. Alois Weisgerber vom 5. Juli 1946.

[16] ALVR, Bestand 980 PV, Landeskonservator Rheinland, Kunstdenkmäleraufnahme Rheinland, Nr. 49279, unfol., Schreiben des Landeskonservators von Sachsen-Anhalt an den Provinzialkonservator Nordrhein vom 28. März 1947.

[17] ALVR, Bestand 980 PV, Landeskonservator Rheinland, Kunstdenkmäleraufnahme Rheinland, Nr. 49279, unfol., Schreiben der katholischen Kirchengemeinde in Hettstedt an Dr. Alois Weisgerber vom 28. Oktober 1947.

[18] ALVR, Bestand 980 PV, Landeskonservator Rheinland, Kunstdenkmäleraufnahme Rheinland, Nr. 28271, unfol., Rundschreiben von Dr. Christhard Mahrenholz an die obersten Kirchenbehörden vom 25. Februar 1948. Die Freigabe der in Hamburg lagernden Glocken erfolgte auf Basis der Haager Landkriegsordnung („lediglich deshalb sind die Glocken nicht zu Gunsten außerdeutscher Kirchen beschlagnahmt“).

[19] ALVR, Bestand 980 PV, Landeskonservator Rheinland, Kunstdenkmäleraufnahme Rheinland, Nr. 49279, unfol., Abschrift eines Schreibens des Kommissariats der Fuldaer Bischofkonferenz an die Bischöflichen Ordinariate vom 24. März 1948.

[20] ALVR, Bestand 980 PV, Landeskonservator Rheinland, Kunstdenkmäleraufnahme Rheinland, Nr. 28271, unfol., Rundschreiben von Dr. Christhard Mahrenholz an alle Kirchenbehörden vom 8. April 1948.

[21] ALVR, Bestand 980 PV, Landeskonservator Rheinland, Kunstdenkmäleraufnahme Rheinland, Nr. 49279, unfol., Schreiben des Reichsbahnrats Dr. Fritz Severin, ARG- Mitglied und zuständig für den Transport der Glocken, an Dr. Alois Weisgerber vom 7. Juni 1948.

[22] ALVR, Bestand 980 PV, Landeskonservator Rheinland, Kunstdenkmäleraufnahme Rheinland, Nr. 28271, unfol., Rundschreiben von Dr. Christhard Mahrenholz an die obersten Kirchenbehörden vom 5. Juli 1948.

[23] ALVR, Bestand 980 PV, Landeskonservator Rheinland, Kunstdenkmäleraufnahme Rheinland, Nr. 49279, unfol., Bericht des ARG über die Rückführung der Kirchenglocken, undatiert. Angesichts der „unendlichen Schwierigkeiten“ zitierte man den römischen Satirendichter Juvenal: “Difficile est satiram non scribere”. Es fällt schwer, keine Satire zu schreiben. Juvenal, saturae 1,50.

[24] ALVR, Bestand 980 PV, Landeskonservator Rheinland, Kunstdenkmäleraufnahme Rheinland, Nr. 49279, unfol., Vordruck für einen Rückgabeantrag an die sowjetische Militäradministration, zu senden an den Vorsitzenden des Ausschusses für die Rückführung der Kirchenglocken, Prof. Dr. Mahrenholz in Hannover, vom 18. September 1948

[25] ALVR, Bestand 980 PV, Landeskonservator Rheinland, Kunstdenkmäleraufnahme Rheinland, Nr. 49279, unfol., Schreiben des Glockengießers Franz Schilling an das katholische Pfarramt Millingen vom 24. November 1948.

[26] ALVR, Bestand 980 PV, Landeskonservator Rheinland, Kunstdenkmäleraufnahme Rheinland Nr. 28406, unfol., Schreiben der Transportkommission und des „Care“-Hauptlagers in Düsseldorf an Dr. Alois Weisgerber vom 15. und 16. August 1949.

[27] ALVR, Bestand 980 PV, Landeskonservator Rheinland, Kunstdenkmäleraufnahme Rheinland, Nr. 49279, unfol., Schreiben des „Care“-Hauptlagers an die Transportkommission vom 27. August 1949.

[28] ALVR, Bestand 980 PV, Landeskonservator Rheinland, Kunstdenkmäleraufnahme Rheinland, Nr. 28406, unfol., Schreiben des „Care“-Hauptlagers an das Evangelische Konsistorium in Düsseldorf vom 19. Oktober 1949.

[29] ALVR, Bestand 980 LVR, Rheinisches Amt für Denkmalpflege/Kunstdenkmäleraufnahme der Rheinlande, Nr. 27773, unfol., Aktennotiz von Dr. Alois Weisgerber, unterzeichnet vom Leiter der Archivberatungsstelle Dr. Wilhelm Kisky vom 6. März 1951.


Weiterführende Quellen und Literatur

• Archiv des Landschaftsverbandes Rheinland (ALVR), Bestand 980 PV, Landeskonservator Rheinland, Kunstdenkmäleraufnahme Rheinland, Nr. 27716, 28271, 28406, 49279, 49280.

• Archiv des Landschaftsverbandes Rheinland, Bestand 980 LVR, Rheinisches Amt für Denkmalpflege/Kunstdenkmäleraufnahme der Rheinlande, Nr. 27773.

• Archiv des Landschaftsverbandes Rheinland, Archivberatung, Dienstregistratur 1 (1928-1946), Nr. 68.

• LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland (LVR-ADR), Bildarchiv

• Beratungsausschuss für das deutsche Glockenwesen (Hrsg.): Glocken in Geschichte und Gegenwart. Beiträge zur Glockenkunde, 2 Bde, Karlsruhe 1986 u. 1997.

• Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülischen und bergischen Geschlechter […], 2. Teil, Köln u. Bonn 1853.

• Tatjana Klein: Zwangsenteignung der Kirchenglocken für die Kriegsrüstung, in: Blog des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland, Eintrag vom 1. März 2016, verfügbar unter Blog des Archivs der Evangelischen Kirche im Rheinland

• Christhard Mahrenholz: Das Schicksal der deutschen Kirchenglocken. Denkschrift über den Glockenverlust im Kriege und die Heimkehr der geretteten Kirchenglocken, Hannover 1952.

• Jörg Poettgen: 700 Jahre Glockenguss in Köln. Meister und Werkstätten zwischen 1100 und 1800 (Arbeitshefte der rheinischen Denkmalpflege: 61), Worms 2005.

• Jakob Schaeben: Wiederhergestellte und gesichtete Denkmalglocken, in: Jahrbuch der rheinischen Denkmalpflege, Bd. 21 (1957), S. 85-96.

• Max Schmid-Burgk: Zur Geschichte der Familie von Trier, in: Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins, Nr. 19 (1897), Teil 2, S. 120-170.

• Robert Scholten: Urkundliches über Moyland und Till im Kreise Cleve, in: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein, Heft 50 (1890), S. 92-144.

• Stiftung Museum Schloss Moyland (Hrsg.): 700 Jahre Schloss Moyland, Bedburg-Hau 2007.

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