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Archive
im Rheinland

Integrated Pest Management (IPM)

Die Erarbeitung und Umsetzung eines IPM-Konzeptes zählt zu den Präventionsmaßnahmen. Mittels regelmäßiger Magazin- und Objekthygiene, der Einführung von Quarantänemaßnahmen, kontinuierlicher Klimaüberwachung, Monitoring mit Insektenfallen sowie regelmäßiger Kontrollen von Objekten auf mikrobiellen Befall können Schäden frühzeitig erkannt und Schadensfaktoren beseitigt werden.

Die Restaurator*innen des LVR-AFZ beraten zu allen Fragen des integrierten Schädlingsmanagements.

Schädlinge im Archiv

Käfer, Motten, Papierfischchen, Nagetiere oder Vögel können in Holzpaletten oder Interimsbehältnissen wie Archivboxen oder Umzugskartons sowie durch defekte oder undichte Gebäudeteile und Fenster unentdeckt in ein Magazin gelangen. Sie nutzen das Archivgut als Nahrungsgrundlage und/oder beschmutzen es. Schimmelpilze bauen organische Materialien im Zuge des Wachstums ab, Informations- und Substanzverlust drohen. Für Archivmitarbeitende besteht eine große Gesundheitsgefährdung.

IPM-Checkliste (PDF, 178 KB)

Vorlage Monitoring (PDF, 92 KB)

Schema Quarantänepalette (PDF, 62 KB)

Prävention und Behandlung von Schädlingsbefall in Archiven - Empfehlungen der Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Archivverwaltungen des Bundes und der Länder (KLA)


Papierfischchen

Papierfischchen treten seit einigen Jahren vermehrt in Archiven auf. Sie ähneln in ihrem Erscheinungsbild dem Silberfischchen, sind jedoch dunkler, haben deutlich längere Fühler und Cerci und einen behaarten, borstigen Rumpf. Papierfischchen mögen es idealerweise trocken, warm und dunkel, somit bieten viele Archivmagazine optimale Lebensbedingungen. Papierfischchen können innerhalb kurzer Zeit große Schäden an Schriftgut verursachen.

LVR-Steckbrief Papierfischchen (PDF, 252 KB)

KLA-Empfehlungen „Prävention und Behandlung von Schädlingsbefall in Archiven“

LWL-Archivamt Blog: Papierfischchen - Die unerwünschten Mitbewohner


Schimmel

Die beiden wichtigsten Faktoren, die die Bildung von mikrobiellem Befall begünstigen, sind Schmutz und zu hohe Feuchtigkeit (über 60 % rF) über einen längeren Zeitraum. Verschmutzungen auf Objektoberflächen binden Feuchtigkeit und dienen als Nährboden für Schimmel und andere Mikroorganismen. Die in den Stäuben gebundenen Schimmelpilzsporen keimen bei zu hoher Luft- und Objektfeuchte aus und bauen organisches Material während des Wachstumes kontinuierlich ab; in einigen Fällen bis zum Totalverlust. Schimmel – und dabei ist unerheblich, ob es sich um einen frischen Befall oder einen Altschaden handelt – kann bei Archivar*innen und Benutzer*innen zu akuten aber auch chronischen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen.

Bei allen Arbeiten mit mikrobiell belasteten Objekten gilt: Schützen Sie Ihre Gesundheit und tragen die Persönliche Schutzausrüstung. Die Reinigung von mikrobiell kontaminiertem Archivgut muss in jedem Fall unter einer mikrobiologischen Sicherheitswerkbank durchgeführt werden! Steht diese nicht zur Verfügung, sollte ein Dienstleister zur Dekontamination eine gründliche Trockenreinigung durchführen.

Arbeitshilfe – Umgang mit Schimmel in Archiven

Mario Glauert, Empfehlungen zum Umgang mit schimmelbefallenem Archivgut

Landesfachstelle für Archive und Öffentliche Bibliotheken Brandenburg, Was tun bei akuten Schimmelproblemen (mikrobieller Befall) im Archiv?

Webinar Bestandserhaltung „Umgang mit Schimmelbefall Teil 1 Grundlagen und Identifizierung“


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