Grafik: Volker Hingst, LVR-AFZ
Auge eines Papierfischchens (Ctenolepisma longicaudatum) mit 1000facher Vergrößerung, Foto: LVR-AFZ, Volker Hingst
Vergangenen Donnerstag (20. Februar 2025) fand die erste „Themensprechstunde Archiv“ des LVR-AFZ im virtuellen Rahmen statt. Die Moderation übernahm Thea Fiegenbaum vom LVR-AFZ. Bereits im Voraus konnten die Teilnehmende ihre Fragen für die Sprechstunde zum Thema IPM an den Referenten und IPM-Koordinator Volker Hingst stellen.
In einer kurzen Vorstellungsrunde zu Beginn skizzierten die Teilnehmenden kurz den Stand der Schädlingsbekämpfung in ihrer jeweiligen Einrichtung. Dieser variierte von Archiven, die bereits konsequentes Monitoring und Einfrieren von Archivalien betreiben, hin zu Einrichtungen, die noch am Anfang ihres Pest Managements stehen. Danach wurde auf spezifische Fragen eingegangen. Im Zentrum stand die Auseinandersetzung mit dem allseits bekannten Papierfischchen (Ctenolepisma longicaudatum), aber auch anderen Schädlingen, zum Beispiel Schaben oder Käfer, kamen nicht zu kurz.
Volker Hingst betonte immer wieder, wie wichtig Prävention, Quarantänemaßnahmen und Archivhygiene seien, um erst gar nicht in die direkte Schädlingsbekämpfung gehen zu müssen. IPM solle keine anlassbezogene Reaktion sein, ein konsequentes Präventions- und Hygienekonzept sei deutlich preiswerter als einen professionellen Schädlingsbekämpfer zu engagieren. Mit diesen Argumenten sollen auch Verwaltungen ins IPM-Boot geholt werden, denn ein Archiv ist schließlich meistens an andere Strukturen gekoppelt. Oft sind wuchernde Papierstapel außerhalb der Archivräume ein wunderbarer Rückzugsort bzw. Habitat für Schädlinge.
Abschließend gab es einen Austausch zum Einfrieren von Akten: Die Teilnehmenden berichteten von ihren Erfahrungen mit Tiefkühlschränken. Volker Hingst half bei Fragen und gab Empfehlungen zur Kühldauer, der Verpackung der Archivalien und auch zu geeigneten Geräten. Zum Einfrieren von Archivgut ist derzeit auch eine Handreichung des LVR-AFZ in Arbeit.
Nachdem aufgrund der vielen Fragen etwas überzogen wurde, endete die „Themensprechstunde Archiv“ und machte Lust auf die nächste. Diesmal dann mit dem Thema “Fördermöglichkeiten für rheinische Archive“ am Donnerstag, den 12. Juni 2025, 14-15 Uhr.