LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum Logo Landschaftsverband Rheinland - zur Startseite
Die Fassade eines Gebäudes ist abgebildet.

Archive
im Rheinland

Zurück zur Übersicht

12. Mai 2026

Erstes Jahrestreffen des Interkommunalen Archivs an Sieg und Agger

Kommunen und LVR arbeiten gemeinsam an zukunftsfähigen Archivstrukturen im ländlichen Raum

Begleitet vom LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum (LVR-AFZ) sind die Mitgliedskommunen des Interkommunalen Archivs an Sieg und Agger (IKASA) am 29. April zu ihrem ersten gemeinsamen Jahrestreffen in Lohmar zusammengekommen. Das große Interesse an der weiteren Entwicklung des Verbundes unterstrich die Bedeutung des Treffens: So begrüßte Lohmars Bürgermeister Matthias Schmitz neben Amts- und Fachbereichsleitungen auch den Neunkirchen-Seelscheider Bürgermeister Guido Vierkötter, der sich vor Ort ein Bild von den Fortschritten der interkommunalen Zusammenarbeit machen wollte.

Im Fokus: Herausforderungen und Chancen der Zusammenarbeit

Im Mittelpunkt des Austauschs standen die Ausführungen von IKASA-Archivar Jens Löffler. Er skizzierte die unterschiedlichen Ausgangslagen der beteiligten Archive in Windeck, Much, Neunkirchen-Seelscheid, Rösrath, Ruppichteroth und Lohmar und stellte die zentrale Frage: „Wie lässt sich die interkommunale Zusammenarbeit künftig noch wirksamer gestalten?“ Trotz struktureller Herausforderungen in den Kommunen waren sich alle Anwesenden einig: Die Zusammenarbeit im Archivbereich darf keinesfalls eingestellt werden. Leistungsfähige Archive sind nicht nur eine gesetzliche Pflichtaufgabe, sondern als Gedächtnis der Kommunen und Akteure der Erinnerungskultur von großer gesellschaftlicher Bedeutung.

Fachliche Impulse lieferte Dr. Gregor Patt vom LVR-AFZ. Er betonte, dass interkommunale Archivstrukturen besonders dann ihre Stärke entfalten, wenn sie auf klaren organisatorischen Grundlagen, ausreichenden personellen sowie finanziellen Ressourcen und einer langfristigen Perspektive basieren. „Es muss stets ein gutes Gleichgewicht zwischen effizienter Zentralisierung und Präsenz vor Ort gefunden werden. Das Subsidiaritätsprinzip muss Leitschnur aller Visionen und Ziele, aber auch der täglichen Archivarbeit sein“, so Patt. Diese Einschätzung wurde – verbunden mit einem herzlichen Dank für die langjährige professionelle Begleitung durch das LVR-AFZ – von den teilnehmenden Kommunen ausdrücklich geteilt. Die landschaftliche Kulturpflege durch den LVR und insbesondere die Archivpflege seien sehr gute Beispiele für bewährte subsidiäre Strukturen, die Vielfalt erhielten und neben Flexibilität bei der Aufgabenerfüllung auch optimale Bürgernähe und Passgenauigkeit ermöglichten.

Klare Ziele: Dialog, Strategie und Zukunftsfähigkeit

Ein zentrales Ergebnis des Treffens war der einheitliche Wille aller Beteiligten, den eingeschlagenen Weg gemeinsam fortzusetzen und die Zusammenarbeit im IKASA weiter zu festigen. Der offene Austausch, das gemeinsame Abwägen von Lösungsansätzen und das gegenseitige Verständnis für die kommunalen Rahmenbedingungen wurden als großer Gewinn bewertet. Zudem verständigte man sich darauf, den regelmäßigen Dialog zu intensivieren. Das Jahrestreffen soll künftig als fester Termin im Arbeitsjahr des IKASA etabliert werden und einen verlässlichen Rahmen für strategische Fragen, gemeinsame Zielsetzungen und die Weiterentwicklung des Verbundes bieten. Das nächste Treffen ist bereits vereinbart. Bis dahin bleibt man eng im Austausch, um tragfähige Lösungen für eine zukunftsfähige interkommunale Archivarbeit zu entwickeln. Langfristig sollen die Archive besser zugänglich und attraktiver für Nutzer*innen werden.

Was ist das IKASA?

Das Interkommunale Archiv an Sieg und Agger (IKASA) ist ein Verbund der Kommunen Lohmar, Rösrath, Eitorf, Much, Neunkirchen-Seelscheid, Ruppichteroth und Windeck. Angesichts steigender Anforderungen an moderne Archivarbeit – von der elektronischen Schriftgutverwaltung über die Digitalisierung von Archivnutzung und -recherche bis hin zum Einsatz sozialer Medien – haben sich die beteiligten Kommunen 2020 zusammengeschlossen. Ziel des Verbundes ist es, durch Kooperation und Ressourcenbündelung eine effizientere und zukunftsfähige Archivarbeit zu ermöglichen. Mittelfristig strebt das IKASA einen Archivverbund an, der Archivalien fachgerecht lagert und nutzbar macht, alle archivgesetzlich vorgeschriebenen Pflichtaufgaben effizient erfüllt, die Chancen des digitalen Zeitalters optimal nutzt und trotz interkommunaler Struktur ein vor Ort präsenter lokaler Partner bleibt.