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22. Mai 2026

Internationales Archivsymposion 2026 in Brauweiler

Digitale Überlieferung jenseits der E-Akte im Fokus

Zwei Tage lang stand das LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum (LVR-AFZ) in Brauweiler im Zeichen des länderübergreifenden Austauschs: Beim Internationalen Archivsymposion 2026 diskutierten Fachleute aus Deutschland, Belgien, Luxemburg und den Niederlanden über Herausforderungen und Perspektiven der digitalen Überlieferung außerhalb klassischer E-Akten-Systeme.

Unter dem Titel „Brücken schlagen – Digitale Überlieferung außerhalb der E-Akte / Bridging the gap – Digital archiving beyond the electronic file“ kamen Archivar*innen zusammen, um aktuelle Entwicklungen, rechtliche Rahmenbedingungen und technische Lösungsansätze zu erörtern.

Internationale Perspektiven auf digitale Archivierung

Den Auftakt bildete die Keynote von Dr. Carla Lessing (Archiv des LVR), die mit ihrem Vortrag „Was nicht in den Akten ist, ist auch nicht anbietungspflichtig!?“ zentrale Fragen der archivischen Verantwortung im digitalen Zeitalter aufwarf. Im weiteren Verlauf des ersten Veranstaltungstages beleuchteten internationale Referierende unterschiedliche Perspektiven digitaler Archivierung – von den Erfahrungen mit dem flämischen Dokumentenmanagementsystem im „Digitaal Archief Vlaanderen“ bis hin zu politischen Diskussionen rund um Archivgesetze. Vorgestellt wurde auch die Digitalisierung sensibler historischer Unterlagen, wie den Archivalien zur Kollaboration in den Niederlanden während der NS-Besatzung.

Besondere Aufmerksamkeit fand der Beitrag von Camille Forget (Luxemburg), die mit ihrem Vortrag „Digitale Archivierung jenseits der Mythen“ weit verbreitete, aber nicht immer korrekte Annahmen im Kontext digitaler Archivierung unter die Lupe nahm.

Neben den Fachvorträgen bot das Symposion vielfältige Möglichkeiten zum fachlichen Austausch. Die Teilnehmenden lernten im Rahmenprogramm unter anderem durch Führungen die Geschichte der Abtei Brauweiler mitsamt der Gedenkstätte kennen.

Workshops und Austausch für die Archivpraxis von morgen

Am zweiten Veranstaltungstag standen praxisorientierte Workshops im Mittelpunkt. Diskutiert wurden unter anderem Fragen zur Anbietungspflicht digitaler Unterlagen, zur Vereinbarkeit von Archivierung und Datenschutz, zu technischen Priorisierungen digitaler Formate sowie zum Umgang mit unstrukturierten digitalen Ablagen jenseits etablierter Fachverfahren.

Die Präsentation der Workshop-Ergebnisse zeigte deutlich, dass die Archivwelt vor gemeinsamen internationalen Herausforderungen steht. Gleichzeitig wurde sichtbar, wie wichtig grenzüberschreitender Austausch und Kooperation für die Entwicklung nachhaltiger Strategien digitaler Überlieferung sind.

Mark Steinert, Leiter des LVR-AFZ, zog zum Abschluss eine positive Bilanz:

„Das große Interesse und die intensive Diskussion haben gezeigt, dass die Archivierung digitaler Unterlagen weit über die klassische E-Akte hinausgedacht werden muss. Das Symposion hat wichtige Impulse für die internationale Zusammenarbeit gesetzt, sodass die Überlieferungsbildung der Zukunft sinnvoll und nachhaltig angegangen werden kann.“

Das Internationale Archivsymposion 2026 wurde vom Leitungskreis des Symposions im LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum organisiert und findet nächstes Jahr im Nationalarchiv Luxemburg statt.

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