Das 2017 gestartete Zeitungsdigitalisierungsprojekt zeit.punktNRW lebt von der weitreichenden Kooperation von Bibliotheken und Archiven: den drei Landesbibliotheken in NRW (Bonn, Düsseldorf, Münster) und im Verbund mit dem Hochschulbibliothekszentrum (hbz) in Köln, dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) sowie der Kooperationsbereitschaft zahlreicher Stadt-, Kreis-, Kommunal- und Gemeindearchive. So konnten bislang 454 Zeitungsunternehmen mit 1.782 Zeitungstiteln aus dem Gebiet der heutigen Landesgrenzen Nordrhein-Westfalens auf dem Portal bereitgestellt werden. Rund 95 Prozent der Zeitungsseiten sind bereits durch eine OCR-Texterkennung im Volltext durchsuchbar. Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW.
Historische Zeitungen sind eine unverzichtbare Quelle für vielfältige Fragestellungen zur Lokal-, Regional-, Kultur- und Sportgeschichte. Auch für die Familienforschung werden sie intensiv genutzt. Für die korrekte Einordnung der Quellen ist eine Kontextualisierung der Zeitungen hilfreich: Sie beleuchtet die Geschichte der Zeitungsunternehmen, Titeländerungen, die politische Ausrichtung, thematische Schwerpunkte oder Sonderausgaben zu historischen Ereignissen. Aus diesem Grund werden seit Projektbeginn systematisch Beschreibungen der Zeitungsunternehmen erstellt und seit der dritten Projektphase (2023–2025) weiter ausgebaut. Bisher sind 170 Texte von Archivar*innen sowie Forschenden aus der Geschichtswissenschaft, Journalistik und Heimatforschung veröffentlicht worden.
Die Zeitungsbeschreibungen bieten einen niedrigschwelligen Zugang zu Informationen, die häufig nur noch in älterer Sekundärliteratur, wie etwa Zeitschriftenartikeln von Geschichtsvereinen oder Dissertationen aus den 1930er Jahren und älter, nachzulesen sind. Mittelfristig sollen die Texte dazu dienen, die Suchmöglichkeiten im Portal zu erweitern. Sie werden künftig auch direkt mit der Zeitschriftendatenbank (ZDB) verlinkt sein.
In der aktuell vierten und letzten Projektphase (bis Ende 2028) wird diese Kontextualisierung kontinuierlich ausgebaut – weshalb die Redaktion sich über jede weitere Zeitungsbeschreibung freut:
Der Aufruf richtet sich an Archive, Geschichtswissenschaftler*innen, Studierende, Forschende in Geschichts- und Heimatvereinen, Wikipedianer*innen und alle weiteren Expert*innen. Auch Lehrende sind herzlich eingeladen, gemeinsam mit ihren Studierenden Zeitungsbeschreibungen anzufertigen. Dies bietet dem wissenschaftlichen Nachwuchs die Chance, erstmals zu publizieren. Die ULB Düsseldorf unterstützt Sie gerne bei der Vorbereitung, der Recherche und der Texterstellung.