Am Dienstag, den 9. Juni 2026, wurden die Mitglieder des Notfallverbundes der Archive in der StädteRegion Aachen alarmiert: Kurz nach 9 Uhr meldete das Diözesanarchiv einen Notfall, welcher zu einer Schädigung der Bestände geführt habe. Eine schnellstmögliche Bergung der betroffenen Archivalien sei notwendig, damit diese zwecks Einleitung konservatorischer und restauratorischer Maßnahmen abtransportiert werden könnten.
Die Reaktionszeit der Verbundmitglieder war kurz, sodass rasch Helfende in großem Umfang entsandt werden konnten. Vor Ort wurde zunächst der (simulierte) Schaden in Augenschein genommen und anschließend das betreffende Archiv- und Bibliotheksgut (natürlich nur Kassanda) aus dem Magazin des Diözesanarchives geborgen, dessen Bergung und festgestellte Schäden dokumentiert sowie in einem Nebengebäude für den Abtransport zur weiteren bestandserhalterischen Bearbeitung vorbereitet. Die Übung diente einerseits dazu die übrigen Mitglieder unmittelbar mit der räumlichen Situation des gastgebenden Archives vertraut zu machen, andererseits sollten effiziente Abläufe für eine schnelle Bergung entwickelt werden.
Nach dem in Erprobung befindlichen Konzept des „Notfallworkshops 2.0“ entsandten die Berufsfeuerwehr Aachen und das LVR-AFZ Vertreter*innen, welche als Beobachtende Verbesserungspotenziale identifizierten, aber im Vorfeld und während der praktischen Übung nicht in die Abläufe eingriffen. Nach deren Ende diskutierten die externen Beobachter*innen aber ausführlich mit den Verbundmitgliedern über positive und negative Ergebnisse, welche aus dem Übungsverlauf abgeleitet werden konnten.
Insgesamt kann die Übung aufgrund der zügigen Räumung und der guten Verständigung von Helfenden aus verschiedenen Archiven als erfolgreich gewertet werden. Dennoch wurden in einigen Aspekten wertvolle Erkenntnisse für die Optimierung der Kommunikation in Notfällen, sowie für eine verbesserte Koordination des Bergungsablaufs gewonnen.