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im Rheinland

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12. Mai 2020

Überlieferungsbildung in Coronazeiten

Auch rheinische Archive starten Sammlungsinitiativen zur Übernahme von Dokumenten und Fotos mit „Corona-Bezug“.

Der Umgang der Archive mit den Herausforderungen der Corona-Epidemie zeigt ein ebenso heterogenes Bild wie es derzeit insgesamt in der Gesellschaft zu beobachten ist. Einige Einrichtungen haben ihre Lesesäle inzwischen wieder geöffnet, manche Kolleg*innen üben sich im Ausbau der digitalen Angebote, wieder andere nutzen die veranstaltungsarme Zeit, um Aufrufe an die Bevölkerung zu richten, durch Abgaben ans Stadtarchiv zur Dokumentierung dieser außergewöhnlichen Zeit beizutragen.

Im Rheinland hat z. B. das Stadtarchiv Düsseldorf die Bürger*innen bereits am 25. März über Facebook dazu aufgerufen, analoge und digitale Tagebücher, die während der Corona-Krise entstehen, an das Stadtarchiv abzugeben. Einen ähnlichen Weg geht auf der anderen Rheinseite das Stadtarchiv Neuss.

Das Archiv im Rhein-Kreis Neuss mit Sitz in Dormagen wendet sich über die städtische Homepage an die Einwohner*innen des Kreises und freut sich über Fotos, analoge und digitale Aufrufe z. B. zur Nachbarschaftshilfe und persönliche Aufzeichnungen mit Corona-Bezug. Im Rheinland ballen sich die Sammlungsinitiativen also im Düsseldorf-Neusser Raum.

Überregional wurde unter der Federführung der Universitäten Hamburg, Bochum und Gießen in Kooperation mit weiteren Institutionen das Internetprojekt „coronarchiv“ ins Leben gerufen. Es versteht sich als Public History-Initiative, an der sich jeder und jede als „coronarchivar*in“ beteiligen kann.Eine Übersicht über weitere Sammlungsinitiativen deutschsprachiger Kultureinrichtungen gibt es hier.

Wie sieht es sonst in den rheinischen Archiven aus? Wie hat sich der Alltag verändert? Welche Aufgaben rücken in den Vordergrund, welche stehen zwangsläufig zurück?