Vom 3. bis 5. März 2026 fand in Köln-Deutz die Fortbildung „Aufbauwissen Archivarbeit“ des LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrums (LVR-AFZ) statt. Die Veranstaltung bot den Teilnehmenden ein vielseitiges Programm, das zentrale Arbeitsfelder der archivischen Praxis vertiefte und zugleich Raum für Diskussion und kollegialen Austausch ließ.
Nach Begrüßung und Vorstellungsrunde stiegen die Teilnehmenden direkt in die Thematik der archivischen Bewertung ein: Unter dem Titel „Die Guten ins Töpfchen“ behandelte Matthias Senk (LVR-AFZ) intensiv sowohl theoretische Grundlagen als auch praktische Fragen der Überlieferungsbildung. Am Nachmittag rückte Sabine Weber (Stadtarchiv Neuss) das vorarchivische Arbeitsfeld in den Fokus – zwischen Behördenberatung und der Optimierung von Übernahmeprozessen wurde die grundlegende Bedeutung dieses Bereichs als Basis für jedwede archivische Arbeit deutlich.
Der zweite Tag widmete sich zunächst dem archivischen Sammlungsgut im Verhältnis zu klassischem Schriftgut: Susanne Richter (Stadtarchiv Jülich) diskutierte Fragen des Sammelns, Bewertens und Ordnens und brachte sogar physische Praxisbeispiele „zum Sammeln oder Jagen“ aus ihrem Archiv mit. Am Nachmittag erarbeitete Heike Bartel-Heuwinkel (LVR-AFZ) gemeinsam mit den Teilnehmenden unter dem Motto „Torwächter und Türöffner“ Strategien der Öffentlichkeitsarbeit sowie die wachsende Rolle von Archiven in der Bildungsarbeit zur Stärkung der Demokratie.
Großen Anklang fand auch der abschließende Vortrag von Michael Cöln (Stadtarchiv Hürth) am dritten Tag: Begleitet von praktischen Anwendungsübungen betriebswirtschaftlicher Konzepte ging es um zentrale Aspekte des Archivmanagements in kleineren und mittleren Einrichtungen.
Der Beitrag „Der Traum vom papierlosen Büro: Die Herausforderung der digitalen Langzeitarchivierung“ von Dr. Sarah Rudolf (LVR-AFZ) musste kurzfristig ausfallen, wird aber im April 2026 nachgeholt.
Neben den fachlichen Inhalten prägte vor allem die engagierte Mitarbeit der Teilnehmenden die Veranstaltung. Die heterogene Gruppe brachte vielfältige Perspektiven und Erfahrungen ein und trug so maßgeblich zum Gelingen der Fortbildung bei. Der offene und kollegiale Austausch erwies sich als ebenso gewinnbringend wie die inhaltlichen Impulse – viele praktische Fragestellungen konnten gemeinsam erörtert und neue Lösungsansätze entwickelt werden.
In kurzer Zeit konnten die Teilnehmenden ihr Wissen deutlich erweitern und zahlreiche Anregungen für die eigene berufliche Praxis mitnehmen. Gleichzeitig wurden Kontakte geknüpft und der fachliche Austausch unter Kolleg*innen nachhaltig gestärkt.
Die Fortbildung zeigte einmal mehr, wie wertvoll der persönliche Austausch und das gemeinsame Lernen für die Weiterentwicklung archivischer Arbeit sind.
Weitere Fortbildungen des LVR-AFZ:Fortbildungsprogramm - Archive im Rheinland
Fortbildungscurriculum für Archivmitarbeitende 2026: Archive im Rheinland
Ansprechpersonen:
Monika Marner M.A.
Tel 02234 9854-468
monika.marner@lvr.de
Thea Fiegenbaum M.A.
Tel 02234 9854-221
thea.fiegenbaum@lvr.de